In den letzten Tagen kursierten Nachrichten, die die Art und Weise, wie Australier nach Europa ziehen, ernsthaft verändern könnten. Wie mehrere große internationale Medien berichten, diskutieren die Europäische Union und Australien über ein neues Mobilitätsabkommen die es ermöglichen könnten Australier in EU-Ländern, einschließlich Italien, zu leben und zu arbeiten, und zwar mit weitaus weniger Visabeschränkungen als heute.
Dies ist noch kein Gesetz. Aber wenn es in Kraft tritt, wäre es eine der größten Veränderungen für die EU-Australien-Mobilität seit Jahrzehnten. Sehen wir uns also an, was wirklich diskutiert wird, was bestätigt ist und was noch geschehen muss, damit Australier, die nach Italien ziehen, von diesem Abkommen profitieren können.
Aktuelle Regeln und Was vorgeschlagen wird
Im Moment, wie Sie wahrscheinlich schon wissen, australische Staatsbürger können ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen, und zwar für kurze Aufenthalte, einschließlich Tourismus, Geschäftstreffen und Familienbesuche - allerdings nur für 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen. Die Befreiung von der Visumpflicht gilt nicht für die Ausübung einer bezahlten Tätigkeit für einen italienischen oder EU-Arbeitgeber, die Ausübung einer selbständigen oder freiberuflichen Tätigkeit in Italien (oder einem anderen Schengen-Land) und die Begründung eines Wohnsitzes oder eines Aufenthalts über die 90-Tage-Grenze hinaus. Für jede Arbeitstätigkeit und jeden Langzeitaufenthalt müssen Sie eine nationales Visum vom italienischen Konsulat vor Einreise, gefolgt von einer Aufenthaltserlaubnis nach der Ankunft.
Allerdings ist die große Neuigkeiten ist, dass die Europäische Union mit Australien über ein umfassenderes Handels- und Kooperationsabkommen verhandelt. Diese Initiative wurde eigentlich schon 2018 gestartet, geriet aber einige Jahre später aufgrund von Meinungsverschiedenheiten ins Stocken. Jetzt ist sie wieder auf dem Tisch.
Dieses Paket enthält einen Vorschlag für eine Programm für langfristige Mobilität. Berichten zufolge könnte diese Regelung, sofern sie genehmigt wird, Australiern ermöglichen leben und arbeiten in EU-Ländern für bis zu vier Jahre nach vereinfachten Regeln, d. h. man bräuchte nicht unbedingt im Voraus ein Stellenangebot und müsste auch nicht das traditionelle nationale Arbeitsvisumverfahren durchlaufen. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass Australier in der Lage wären: nach Italien zu ziehen, ohne um die begrenzten Arbeitsvisumskontingente zu konkurrieren, zuerst einzureisen und vor Ort nach Arbeit zu suchen und leichter langfristige Karrieren in Italien aufzubauen.
Was ist mit Europäern, die nach Australien ziehen? Glücklicherweise ist der Vorschlag so konzipiert, dass er zweiseitige Vereinbarung, Das bedeutet, dass Europäer in ähnlicher Weise Zugang zum Leben und Arbeiten in Australien erhalten würden.

Aber warum passiert das?
Im Mittelpunkt dieses möglichen Mobilitätsabkommens zwischen der EU und Australien steht eine drängende wirtschaftliche Realität: Beide Seiten stehen vor einer kritischen Situation personelle Herausforderungen die keiner von beiden allein lösen kann.
Europa, und insbesondere Italien, hat mit einer der schwersten demografischen Krisen in der entwickelten Welt zu kämpfen. Laut Eurostat Prognosen zufolge wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der EU von 264 Millionen im Jahr 2022 auf 207 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen - ein Rückgang um 21%, wenn die Zuwanderung dies nicht ausgleicht. Italien ist besonders gefährdet - mit einem Durchschnittsalter von 48,2 Jahren, einem der höchsten weltweit, ist das Land verzweifelt benötigt Arbeitskräfte im Gesundheitswesen, in der Altenpflege, im Bauwesen, in der Technologie und im Gastgewerbe. Auch Australien ist nicht immun: Jobs und Qualifikationen Australiens Mangelberufsliste 2024 identifiziert fast drei von zehn Berufen, in denen derzeit ein Mangel herrscht, insbesondere in den Bereichen Gesundheitswesen, Ingenieurwesen, IT und Bauwesen.
Der reziproke Charakter des Abkommens macht es also politisch lebensfähig - Beide Seiten erhalten Zugang zu den Talentpools der jeweils anderen Seite, wodurch eine Win-Win-Situation entsteht, in der Europa junge, qualifizierte Arbeitskräfte erhält und Australien anhaltende freie Stellen in wichtigen Branchen besetzt.
Wie geht es weiter?
Dieser Vorschlag befindet sich derzeit noch in der Verhandlungsphase. Das bedeutet, dass auf beiden Seiten ein politisches Interesse besteht, aber noch kein verbindlicher Rechtsrahmen vorhanden ist. Selbst wenn eine grundsätzliche Einigung erzielt wird, wäre sie noch erforderlich:
- Förmliche Genehmigung auf EU-Ebene (Europäischer Rat und Europäisches Parlament)
- Ratifizierung durch einzelne Mitgliedsstaaten
- Rechtliche Umsetzung in allen Mitgliedsstaaten, einschließlich Italien
- Entwicklung von praktischen Verwaltungsverfahren
Diese Art von Verfahren ist langsam und dauert in der Regel viele Monate, manchmal Jahre. Aber die Situation ist sich entwickelnde und könnte in Zukunft große Chancen eröffnen, also seien wir zuversichtlich! Und wenn Sie nicht warten können, wissen Sie, dass wir hier um Ihnen zu helfen mit Ihrem Umzug.