Jemanden zu beleidigen ist in Italien keine Bagatelle. In schwerwiegenden Fällen kann es zu Strafverfahren, Geldstrafen und gerichtlich angeordnetem Schadenersatz kommen - und die betreffende Person muss noch nicht einmal am Leben sein, damit Sie Ärger bekommen (wir werden später einen Fall erwähnen, in dem jemand zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt wurde, weil er den längst verstorbenen Onkel eines anderen beleidigt hatte). Kurz gesagt: Wenn Sie sich gegen jemanden aussprechen, während Sie das Dolce Vita leben, kann das rechtliche Konsequenzen haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn man sich in lokalen Online-Gemeinschaften (Facebook-Gruppen, WhatsApp-Chats, Bau-Threads, Elterngruppen in Schulen) bewegt, wo “jeder jeden kennt”. In Italien ist diffamazione (Verleumdung oder üble Nachrede) nicht nur ein zivilrechtlicher Streit um Geld. Nach den italienischen Verleumdungsgesetzen ist dies eine Straftat. Vereinfacht ausgedrückt, macht man sich der Verleumdung schuldig, wenn man den Ruf einer Person schädigt, indem man ihn an mehr als eine andere Person weitergibt. Die Strafen können sich erhöhen, wenn die Äußerung über die Presse oder durch “andere Mittel der Öffentlichkeitsarbeit” erfolgt, eine Kategorie, die von den Gerichten so ausgelegt wird, dass sie auch soziale Medien einschließt. Drei Punkte überraschen internationale Leser häufig: Erstens können Sie auch dann Probleme bekommen, wenn Sie den Namen der Person nicht nennen; wenn sie mit hinreichender Sicherheit identifizierbar ist, kann das ausreichen. Zweitens: “Aber es ist wahr” oder “Ich habe es nicht so gemeint” sind keine...
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